Autonomous Driving

Recalling instant control
in algorithm-based navigation

Wie kann man sich die individuelle Mobilität in der Zukunft vorstellen, wenn „der Fahrer“ ein Algorithmus ist? Wie kommunizieren wir mit diesem? Welche Gestalt nimmt ein System an, in dem der Mensch nicht nur passiver Beifahrer ist, sondern auch ohne Lenkrad aktiv Kontrolle übernehmen kann? Heutige Steuerungskonzepte autonomer Mobilität konzentrieren sich auf das zielgerichtete Navigieren von A nach B. Ein „Dazwischen“, im Sinne eines spontanen Fahrens ohne konkretes Ziel, ist nicht vorgesehen.

Konzept

Mit unserem Konzept zeigen wir auf, dass dieses „Dazwischen“ sehr gut in den Kontext des autonomen Fahrens transferiert werden kann. Das nötige Vertrauen zwischen Insasse und Fahrzeug, wie wir es aus heutiger Sicht kennen, wird dadurch beibehalten. Die Erkenntnis, dass das Zurückgewinnen der Kontrolle über die uns bewegende Technologie einen zentralen Moment für das Fahrerlebnis im autonomen Auto und die Akzeptanz dessen darstellt, bildet den Schwerpunkt unserer Auseinandersetzung.

Prozess

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Prozessübersicht

Experiment 1

Bewegung fühlen, aber nicht sehen.

Experiment 2

Bewegung sehen, aber nicht fühlen.

Oculus Rift Experiment

Videoprototyping

Was tun, wenn es das autonome Auto noch nicht gibt...?

Kommunikation mit dem Auto

Im Entdecken Modus folgt eine interaktive Grafik dem Blick des Insassen. Die richtungsweisende Nadel in der Kartenansicht reagiert synchron. Das ermittelte Ziel ergibt sich aus dem Schnittpunkt der Blickrichtung mit dem verstellbaren Entdeckungs-Radius. Wurde kein Radius eingestellt, entspricht der Endpunkt dem Erreichen einer Küste – natürlich kann das Auto auf dem Weg dorthin jederzeit angehalten werden. Die Richtungsdistanz, und somit die angepeilte Koordinate, kann also prinzipiell von der eigenen Blickweite bis zum Ende des jeweiligen Kontinents reichen.

Die Balance Motion korrigiert die Bewegungen der Fahrt, sodass der Insasse einen nahezu statischen Raum wahrnimmt. Die Sense Motion hingegen lässt die natürliche Bewegung des Autos spürbar werden, sodass individuelle Atmosphären im Raum entstehen können.

Die Schnellwahlen werden beim Aktivieren des Entdecken Modus automatisch herunter geregelt, sodass der Fahrer so viel wie möglich von der Umgebung wahrnehmen kann. Die Geschwindigkeit wird verlangsamt und die natürliche Bewegung des Autos erhöht. Eine gewünschte Koordinate kann nun in der Sichtebene mittels entsprechender Geste in Richtung des Sperrsymbols fixiert werden. Ein darauf folgendes Handsignal bestätigt den festgelegten Kurswechsel.

kontextbilder
User Interface
User Interface

Fazit

Das Hinterfragen der klassisch zielorientierten Steuerung im Kontext autonom fahrender Autos eröffnet neue Perspektiven auf das Thema Navigation und Kontrolle. Die Freiheit „der Nase nach“ zu fahren und den Weg nach eigenem Ermessen spontan zu gestalten, wird mittels geeigneter Technologien und natürlicher Interaktionen mit dem System ermöglicht. Das Spüren dieser Freiheit und das Entdecken des eigenen Weges stellt den Kern des Konzeptes dar und eröffnet viele weitere Spielräume zur Aneignung dieses Raumes.

work in progress!

Muthesius Kunsthochschule | SS 2015